Auf ihrer Thüringentour besuchte Handwerkskammer zwei Unternehmen in Mühlhausen
MÜHLHAUSEN. Die Jüttner Orthopädie KG und Elmü Elektro waren zwei der drei Tourstationen auf der gestrigen Rundreise der Handwerkskammer. Beide Unternehmen gehören mit mehr als 100 Mitarbeitern zu den größeren innerhalb der Handwerkskammer Erfurt.
Noch immer sind drei Ausbildungsplätze für das in wenigen Tagen beginnende Lehrjahr nicht besetzt. Das beklagt Julia Thor, bei Jüttner Orthopädietechnik verantwortlich für die Ausbildung. Das, so ihre Erfahrung, liege nicht an der mangelnden Zahl der Bewerbungen, aber an der mangelnden Qualität. Allzu oft kämen die jungen Leute unvorbereitet ins Bewerbungsgespräch, auch die Kommunikationsformen seien nicht zufriedenstellend.
1,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen bis zum Herbst in einen Neubau im Flarchen (unsere Zeitung berichtete). Die derzeitige Heimstätte platze aus allen Nähten, sagt Junior-Chefin Kathrin Jüttner. Den Fokus werde man in Zukunft auf maßgefertigte Kopfschalen für Kinder legen, auf Sitzschalen und sensomotorische Einlagen, die Muskeln und Nerven stimulieren.
Problematisch sei die Zusammenarbeit mit Krankenkassen. „In der Vergangenheit hat man alle zwei Jahre die Modalitäten geändert, jetzt beginnen die Diskussionen neu“, kritisiert Kathrin Jüttner. Geplant sei, dass jeder Leistungserbringer seinen eigenen Vertrag mit jeder der 170 Krankenkassen aushandelt - und zwar für jede Produktgruppe einzeln. „Das wäre überhaupt nicht mehr zu durchschauen“, kritisiert die 32-Jährige und zeigte den Vertretern der Handwerkskammer ein 26.000 Euro-Kniegelenk, das „intelligent“ auf die Bewegungsanforderungen reagiert. Es wurde hergestellt für einen jungen Mann, der sein Bein bei einem Motorradunfall verloren hat ...
... Der Mühlhäuser Rolf Ostermann, Präsident der Handwerkskammer, kennt den Kampf der Unternehmen nach geeigneten Auszubildenden. „Wir finden nicht genügend Jugendliche, die unseren Ansprüchen genügen. Derzeit sind noch 180 Ausbildungsplätze unbesetzt; 60 mehr als 2009“, beklagte er. Bischoff konnte nur beipflichten: Auch er habe Probleme, geeignete Jungs für eine Ausbildung zu finden. Im Kammerbezirk Erfurt absolvieren derzeit 13.000 junge Menschen eine Lehre.
Quelle: Thüringer Allgemeine, 28.07.2010, Auszug (Text: Claudia Bachmann, Fotos: Daniel Volkmann)
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Noch immer sind drei Ausbildungsplätze für das in wenigen Tagen beginnende Lehrjahr nicht besetzt. Das beklagt Julia Thor, bei Jüttner Orthopädietechnik verantwortlich für die Ausbildung. Das, so ihre Erfahrung, liege nicht an der mangelnden Zahl der Bewerbungen, aber an der mangelnden Qualität. Allzu oft kämen die jungen Leute unvorbereitet ins Bewerbungsgespräch, auch die Kommunikationsformen seien nicht zufriedenstellend.
1,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen bis zum Herbst in einen Neubau im Flarchen (unsere Zeitung berichtete). Die derzeitige Heimstätte platze aus allen Nähten, sagt Junior-Chefin Kathrin Jüttner. Den Fokus werde man in Zukunft auf maßgefertigte Kopfschalen für Kinder legen, auf Sitzschalen und sensomotorische Einlagen, die Muskeln und Nerven stimulieren.
Problematisch sei die Zusammenarbeit mit Krankenkassen. „In der Vergangenheit hat man alle zwei Jahre die Modalitäten geändert, jetzt beginnen die Diskussionen neu“, kritisiert Kathrin Jüttner. Geplant sei, dass jeder Leistungserbringer seinen eigenen Vertrag mit jeder der 170 Krankenkassen aushandelt - und zwar für jede Produktgruppe einzeln. „Das wäre überhaupt nicht mehr zu durchschauen“, kritisiert die 32-Jährige und zeigte den Vertretern der Handwerkskammer ein 26.000 Euro-Kniegelenk, das „intelligent“ auf die Bewegungsanforderungen reagiert. Es wurde hergestellt für einen jungen Mann, der sein Bein bei einem Motorradunfall verloren hat ...
... Der Mühlhäuser Rolf Ostermann, Präsident der Handwerkskammer, kennt den Kampf der Unternehmen nach geeigneten Auszubildenden. „Wir finden nicht genügend Jugendliche, die unseren Ansprüchen genügen. Derzeit sind noch 180 Ausbildungsplätze unbesetzt; 60 mehr als 2009“, beklagte er. Bischoff konnte nur beipflichten: Auch er habe Probleme, geeignete Jungs für eine Ausbildung zu finden. Im Kammerbezirk Erfurt absolvieren derzeit 13.000 junge Menschen eine Lehre.
Quelle: Thüringer Allgemeine, 28.07.2010, Auszug (Text: Claudia Bachmann, Fotos: Daniel Volkmann)
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